| Hypnose & Kinesiologie - eine ideale Kombinationstherapie |
eine ideale Kombinationstherapie ![]() Hypnose und Kinesiologie arbeiten auf verschiedenen Bewusstseinsebenen. Jede Methode bezieht jedoch auf unterschiedliche Art und Weise die unbewussten Schichten in die therapeutische Arbeit ein. Eine Kombination der beiden Vorgehensweisen kann die Ergebnisse noch optimieren. Auf der einen Seite können über den Muskeltest die jeweils besten Strategien für die Hypno- Therapie ausgetestet werden. Auf der anderen Seite kann die kinesiologische Arbeit durch die Nutzung hypnotischer Sprachmuster und Vertiefungszustände bereichert werden.
In diesem Artikel möchte ich verschiedene Wege aufzeigen, wie wir die wunderbaren Werkzeuge Hypnose und Kinesiologie so verwenden und verbinden können, dass wir selbst und unsere Klienten den größten Gewinn daraus ziehen. Mein Hauptinstrument in der Praxis ist zunächst die Kinesiologie, die uns nicht nur helfen kann, die Dimensionen eines Problems oder Symptoms zu erfassen, sondern im Rahmen eines psychotherapeutischen Settings prinzipiell auch anzeigen kann, welche Therapieschritte (mit oder ohne Hypnose) in welcher Reihenfolge für den jeweiligen Klienten die bestgeeigneten sind.
Diese Behauptung klingt vielleicht etwas überzogen, beruht aber auf jahrelangen therapeutischen Erfahrungen nicht nur in meiner Praxis, sondern auch bei meinen Lehrern und Ausbildern. Für meine Tätigkeit als psychologischer Berater suchte ich schon in den ersten Berufsjahren nach Möglichkeiten, wie ich meinen Klienten schneller und besser helfen könnte. Dabei stieß ich zunächst auf die Hypnose und ihre Weiterentwicklung zur modernen Hypno-Therapie, die vor allem auf den Erkenntnissen und dem intuitiven Vorgehen des genialen amerikanischen Arztes Milton Erickson aufbaut. Seine Schüler Ernest Rossi, Jeffrey Zeig, aber auch die NLP-Begründer Richard Bandler und John Grinder sowie in Deutschland vor allem Dr. Gunter Schmidt haben ihn live beobachtet und seine genialen Strategien erforscht und beschrieben. Das Besondere daran ist vor allem die indirekte Vorgehensweise, die in vielen Fällen auf eine formale Hypnose-Induktion völlig verzichtet und einfach durch eine bestimmte Sprachführung und – manchmal bewusst verwirrende – Sprachspiele die Aufmerksamkeit des Klienten so lenkt, dass unbewusste Suchprozesse aktiviert werden. So ist es bei dieser Arbeit gar nicht das Ziel, eine besonders tiefe Versenkung und ein völliges Abschalten zu erreichen. Es geht vielmehr um einen ständigen Wechsel zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen linkshirn- und rechtshirn-gesteuerten Aktivitäten, zwischen Verstand und Gefühl bzw. Körperweisheit usw. Damit kann der Klient lernen, aus seiner Problemhypnose zu erwachen, in eine Lösungstrance einzutauchen und daraus mit neuen Kompetenzen herauszukommen, die er dann in den entsprechenden Situationen seines Alltags auch bewusst oder unbewusst nutzen kann. Ganz generell können wir in der psychologischen Beratung und Psychotherapie nämlich davon ausgehen, dass unsere Klienten, wenn sie uns aufsuchen, bezüglich ihrer Schwierigkeiten und Symptome in einer Art Problemhypnose sind. Das heißt, sie sind so stark auf ihr Problem fixiert, dass sie den Abstand dazu und damit einen Teil ihrer sonstigen Fähigkeiten und Handlungsmöglichkeiten verloren haben. Unsere Aufgabe ist daher vorrangig, sie aus dieser Fixierung herauszuführen, ihnen neue Perspektiven zu eröffnen, verschüttete Ressourcen freizulegen und sie in einer Art Lösungstrance solange zu begleiten, bis sie wieder lern- und handlungsfähig sind. Dies kann man durch vielerlei Methoden erreichen. Die Rational-Emotive Therapie z.B. versucht das in erster Linie durch den sokratischen Dialog und die kognitive Umstrukturierung irrationaler Glaubenshaltungen – sie setzt also weitgehend auf die Verstandeskräfte. Die kreative Gestaltungstherapie bietet dagegen Möglichkeiten an, wie sich das Noch-nicht-Bewusste in Bildern, Formen, Tönen und Melodien, Bewegungen oder Tänzen zum Ausdruck bringen lässt, sodass der Klient sich dann damit auseinandersetzen, neue Einsichten und damit auch Handlungsmöglichkeiten gewinnen kann. Bei der Hypnotherapie wird üblicherweise nach dem klärenden Eingangsgespräch, in dem auf bewusster Ebene das Ziel und der Auftrag für die Beratung besprochen und evtl. vorhandene Vorbehalte gegenüber der Hypnose als Methode ausgeräumt worden sind, über Entspannungsinduktionen der Weg zum Unbewussten gebahnt und geöffnet. Wenn der Klient eine gewisse Tiefe der Entspannung und damit der Fokussierung nach innen erreicht hat, können verschiedene therapeutische Strategien genutzt werden. So kann man z.B. positive Affirmationen und stärkende Suggestionen eingeben, man kann eine innere Reise in die Kindheit ebenso anregen wie das Imaginieren einer Zukunftsvision, einen Dialog mit dem Symptom oder zwischen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen ermöglichen usw. Diese Vorstellungs- und Suchprozesse verlaufen auf unbewussten Ebenen – und deren Ergebnisse und Erkenntnisse können dann beim Aufwachen aus der Hypnose wieder mitgebracht und auf der bewussten Ebene für die Lösungsfindung ausgewertet werden.
Diese kinesiologische Vorgehensweise lässt sich nun gut mit hypnotischen Strategien kombinieren. So hat z.B. der australische Naturheiler und Kinesiologe Andrew Verity einen Weg beschrieben, wie man beim Klienten Minitrancen hervorrufen kann, die für die heilsame Umsetzung bestimmter Einsichten auf allen Ebene des Organismus viel wirksamer sind als jeder Versuch einer bewussten Steuerung, denn – so behauptet er – Heilung vollzieht sich immer unbewusst in den sog. deep states (Tiefenzuständen). Auf der anderen Seite hat der deutsche Hypnotherapeut Manfred Prior mit seinen sog. MiniMax-Interventionen gezeigt, wie man durch einfache und geschickte Fragestellungen in der normalen Gesprächsführung den Klienten anleiten kann, das Wechselspiel zwischen Bewusstem und Unbewusstem mitzuspielen und produktiv für sich zu nutzen. Wenn der Klient z.B. seine Ausweglosigkeit in einer bestimmten Sache geschildert hat und der Therapeut darauf antwortet: "Mit Ihrem bewussten Verstand konnten Sie also bislang nicht …" Dann beinhaltet diese kleine Intervention zwei hilfreiche Implikationen. Erstens: Es gibt außer dem bewussten Verstand, den der Klient schon bemüht hat, noch andere Kräfte in ihm, die vielleicht auch etwas anderes können. Zweitens: Wenn eine Lösung bislang (also in der Vergangenheit) noch nicht gelang, ist und bleibt die Zukunft aber offen und enthält viele Möglichkeiten … (vgl. Manfred Prior, MiniMax-Interventionen. 15 minimale Interventionen mit maximaler Wirkung, Heidelberg 7.A. 2007).
PRAKTISCHES VORGEHEN Wie gehen wir nun praktisch vor, um mögliche Synergien zu erreichen? In der Regel folgen wir mehreren Schritten: Zielklärung im Gespräch In der Praxis steht am Anfang meist ein bestimmtes Problem oder Symptom, das die Klienten in die Sprechstunde gebracht hat. Das können bestimmte Beschwerden sein oder auch persönliche Ziele, die die Klienten jedoch bislang (mit ihrem bewussten Verstand und Wollen) nicht umsetzen konnten. Im nächsten Schritt werden die Ziele gemeinsam herausgearbeitet: Was möchte der Klient erreichen? Wohin möchte er sich entwickeln? Dabei ist es wichtig, die Ziele positiv und konkret zu formulieren, auch wenn manche Klienten anfangs nur sagen können, dass sie bestimmte Symptome einfach weghaben wollen oder im Alltag bestimmte Konstellationen nicht immer wieder so leidvoll erleben möchten. In der Regel gehören noch weitere Klärungen in diese Anfangsphase. Wenn Klienten mit dem ausdrücklichen Wunsch nach einer speziellen Methode in die Praxis kommen, fragen wir sie nach ihren Motiven und Vorstellungen dazu. Besonders bei dem Wunsch nach einer Hypnose begegnen wir nicht selten der Idee, man werde wie bei einer Operation in Narkose versetzt, der Therapeut befreie den Klienten dann ohne sein Bewusstsein und Zutun von allem Störenden oder Schädlichen, so dass der Klient dann frei aller Beschwerden und Konflikte die Praxis verlassen könne. Dass wir als redliche Therapeuten solche Erwartungen korrigieren und zur Kooperation einladen müssen, versteht sich von selbst. Ebenfalls unabdingbar ist die Abklärung evtl. Kontraindikationen für eine Hypnosebehandlung (Psychosen, Medikamente etc.). Weiterhin bedeutsam für das Gelingen des ganzen Unternehmens ist die Frage nach dem Überweisungskontext, mit der wir uns erkundigen, auf wessen Empfehlung der Klient zu uns gekommen ist und welche Erwartungen ggf. die Schickenden an die Behandlung haben. Demonstration des Muskeltests Die Bewegungsabläufe beim Muskeltest werden erklärt und gezeigt, damit der Klient erste spürbare Erfahrungen mit diesem Instrument sammeln kann. Die üblichen Vortests und ggf. die erforderlichen Vorkorrekturen stellen sicher, dass wir wirklich zuverlässige Signale vom Körper und den Muskeln bekommen. Dann fragen und testen wir, ob wir überhaupt die Erlaubnis haben, gemeinsam an diesem Thema zu arbeiten und ob der Klient bereit ist, diese Arbeit sanft und liebevoll mit sich selbst durchzuführen. Auch können wir hier schon einmal abklären, ob wir überhaupt mit Hypnose arbeiten sollen und dürfen. Schließlich können wir mit dem Muskeltest das Ziel und seine Formulierung auch noch einmal überprüfen.
Eine solche "psychologische Umkehr", wie der Psychologe und Kinesiologe Roger Callahan dieses Phänomen benannt hat, ist gar nicht so selten und sollte in jedem Fall zuerst korrigiert werden, bevor andere Behandlungsschritte ergriffen werden. Praktische Möglichkeiten dazu habe ich in meinem Aufsatz "Von Widerstand und Eigensabotage – oder: Warum manche Patienten ihr Leiden behalten wollen" in der Freien Psychotherapie, 03/06, beschrieben. Dieser Artikel ist auch zugänglich unter: www.vfp.de/ verband/zeitschrift/2006_03/weishaupt.php Im Folgenden sollen nun drei verschiedene Kombinationsmöglichkeiten im Einzelnen vorgestellt werden:
Austesten der besten Therapiestrategie (in Hypnose) Was ist die beste Form für die Einleitung?
Je nach erhaltenen Antworten kann man dann ein therapeutisches Menü zusammenstellen bzw. eine Hypnosesitzung komponieren, die wirklich maßgeschneidert ist und optimale Wirkung erwarten lässt. Ob diese nun auch erreicht worden ist, lässt sich dann wiederum kinesiologisch überprüfen.
Um für die zukünftige Arbeit zu lernen, dürfen wir zum Abschluss auch ein Feedback erbitten: Wie hat der Klient den Ablauf der Arbeit, besonders der Hypnose empfunden? Was ist gut gelungen? Wo gab es evtl. Irritationen? Was ist zu verändern oder zu verbessern?
Je mehr wir nachfragen, umso mehr helfen wir in der Regel nicht nur uns zu verstehen, sondern auch dem Klienten. Auch seine Wahrnehmung seiner "Schwierigkeiten" wird differenzierter. Entsprechend der Mini-Max-Intervention von Manfred Prior "Immer stimmt nie!" (im Zusammenhang mit Symptomen) kann der Klient durch unsere Erkundigungen meist auch positive Ausnahmen erkennen bzw. für sich herausfinden, was genau ihm evtl. noch fehlt, um sich so selbstbewusst zu fühlen, wie er möchte, oder ob sein Idealbild eines selbstbewussten Menschen vielleicht einfach überhöht ist.
Vorannahmen:
Die konsequente Anwendung dieser Prinzipien und Sprachmuster lässt uns als Kinesiologen und Therapeuten immer erfolgreicher werden! (… wir sind schon erfolgreich!)
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Die Kinesiologie ist ein weiterer Weg, Klienten aus ihrem Problemzustand herauszuhelfen und Lösungspotenziale wieder freizulegen. In einer kinesiologischen Sitzung wird üblicherweise der Muskeltest als Kommunikationsbrücke zum Unbewussten und Körper des Klienten eingesetzt. Dabei zeigt sich in der Praxis, was die Gehirnforschung mit ihren neuen Methoden auch nachweisen kann: Das tiefste Unbewusste ist der Körper! Über die unterschiedlichen Muskelreaktionen von "energetisch angeschaltet" oder "energetisch abgeschaltet" bekommen wir einen direkten Zugang zu unbewussten Ebenen des Klienten. So können wir durch geeignete Testfragen einen unmittelbaren Dialog einleiten zwischen dem, was ihm schon über sein Problem oder Symptom bewusst war, und dem, was er sich selbst noch nicht denken konnte, wo ihm bestimmte Informationen, Erinnerungen, Vorstellungsbilder oder Erlaubnisse noch fehlten. Ein Vorteil des kinesiologischen Arbeitens ist die erstaunliche Schnelligkeit und Präzision der Antworten – während der Klient völlig wach ist und selber spürt, wie stark seine Muskeln dem gleichmäßigen Testdruck standhalten können. Er muss also nicht erst in einen Trancezustand versetzt und nach den therapeutischen Interventionen wieder aufgeweckt werden, sondern kann mit all seinen Sinnen den ablaufenden Prozess unmittelbar mitverfolgen. Die diagnostischen Fragestellungen sind natürlich eher analytischer Natur, durch die verschiedenen Balancierungstechniken wird dann jedoch eine neue Synthese hergestellt – letztlich mit dem Ziel, die Wahlmöglichkeiten des Klienten für sein Erleben und Verhalten zu erweitern.